4.000 km Old-School durch Neuseeland

Kopf frei, Akkus voll

Manchmal, glaube ich, verliert Outdoor durch all diese fantastischen Aufnahmen etwas Essentielles. Dieses mit sich allein sein. All das, was in der Zeit draußen in und mit einem geschieht. Bevor ich mich auf meinen dreimonatigen Neuseeland-Trip per Fahrrad gemacht habe, war ich 8 Jahre nicht mehr wirklich lang unterwegs. Geschäft, Verpflichtungen. Ganz ehrlich: Ich war durch, müde und der Akku leer. Es war an der Zeit, loszuziehen. Das 27 Jahre alte unverwüstliche Reiserad mit Stahlrahmen zu schnappen, meine sieben Sachen in die Ortliebs zu packen und los, den Kopf frei bekommen und Kraft tanken. Neuseeland habe ich wegen der wenigen Menschen, wenigen Autos und der inspirierenden Landschaft gewählt.

 

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Mit dem Rad auf dem Rainbow Track, Südinsel Neuseeland. Einsamkeit und Natur pur.

 

Gestartet bin ich in Auckland, von wo mich die 1. Etappe zur Coromandel Halbinsel geführt hat. Langsam reinkommen. Tritt für Tritt, Meter für Meter, runter nach Wellington, um auf die Südinsel überzusetzen. Tagsüber fahren, abends das Zelt aufbauen, den Tag Revue passieren lassen. Ich habe mir den Luxus gegönnt, ein Tablet mitzunehmen, um mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Kurze Berichte, ein paar Fotos…

 

Neuseeland Ausrüstung
Packtascheninhalt für 4.000 km Neuseeland mit dem Fahrrad
WM Apache Oregon Ortlieb Ortlieb Clever Bag Wasserfilter Seife Solarpanel Drop Pant Beta AR Outdoor Snacks Ortlieb Duffle Stirnlampe

 

Von der Coromandel Halbinsel haben mich die wenig bekannten Great Rides wie der Hauraki Rail Trail, der Timber Trail oder der Mountain to Sea Trail bis nach Wellington getragen. Fernradwege abseits der Straßen, die durch atemberaubende Landschaften führen. Den längeren Teil der Reise habe ich die Südinsel umrundet: Picton, Nelson, Able Tasman, Hamner Springs, Kaikoura, Christchurch, Dunedin, Queenstown, Te Anau, Milford Sound und die ewig nasse Westküste…

 

nach dem Islandsaddle
Nach dem Island Saddle wird der Belag wieder besser…

 

Das intensivste Erlebnis waren 2 Tage auf dem Rainbow-Trek, der letztlich eine 4-Wheel-Drive-Strecke ist. Man muß sich registrieren, ein endlos langes Dokument mit Sicherheitshinweisen unterzeichnen und 2 $ für die Nutzung der 120 km langen Gravel Road zahlen. Dann ging es bergauf, Stunde um Stunde, fast 2 Tage lang zum 1.200 m hohen Jackson-Pass. Nur Schafe, Tussockgras und eine sich wandelnde Berglandschaft. Ein kurzes Gespräch mit Jägern, zwei vorbeifahrende Endurofahrer. Einsamkeit pur. Eine körperlich extrem anstrengende Etappe, die durch
ihre Intensität sehr befreiend gewirkt hat. Anschließend die steile Abfahrt vom Jackson-Pass nach Hamner Springs runter. Das hat gut getan, wie die ganze Reise. Die Akkus sind wieder voll, die
Bilder lebendig. Ich freue mich, neu und frisch erlebt zu haben, was Draußensein im Wesentlichen bedeutet.

 

Onuku Hostel Ridge Walk - Akaroa Harbour

 

Der Autor

Ekkehard Brahm, Geschäftsführer Sack & Pack Düsseldorf